Wie
die Schildbürger Äpfel ernteten
Es war Erntezeit! An den Apfelbäumen in Schilda war kein grünes
Blatt mehr zu sehen, so voll Äpfel hingen sie. Die Schildbürgerinnen
hielten Rat und beschlossen: „Wir backen einen Apfelkuchen. Unsere
Männer können die Äpfel ernten.“ Die Frauen erzählten
es dem Dorfschreier. Dieser lief so schnell ihn seine Beine trugen durch
die engen Gassen von Schilda und schrie aus vollem Halse: „ Kommt
zur Ernte! Unsere Frauen wollen Apfelkuchen backen. Kommt alle zur Apfelernte!“
Kaum hatten sie dies vernommen, kamen sie auch schon mit Eimern angerannt.
„Lasst uns die Dorfleiter holen und zum Gemeindeacker gehen!“,
rief der Hufschmied. Stolz schritt der behäbige Bürgermeister
voran. Alle Schildbürger marschierten hinterher. Geschickt stellten
sie die Leiter an den Apfelbaum. Schnellen Schrittes kletterte der Schweinehirt
hinauf. Doch „Kracks!“ machte es, und drei Stufen der Leiter
waren durchgebrochen. Aufgeregt überlegten die Schildbürger
hin und her, was sie jetzt wohl tun könnten. Schon hatte der kluge
Schulmeister eine Idee: „ Lasst uns doch eine Räuberleiter
machen.“ Gesagt, getan! Alle waren von dem Vorschlag begeistert
und klatschten in die Hände. So bauten sie also eine Räuberleiter.
Ganz unten stand der Schweinehirt, dann folgten der Schmied, der Schulmeister
und der Bäcker. Über ihm standen noch fünf Bauern und ganz
oben stand natürlich der Bürgermeister. Schon streckte dieser
die Hand aus, um nach einem Apfel zu greifen, als ein Käfer angesurrt
kam. Er setzte sich mitten auf die Nase des Bürgermeisters. Es juckte
fürchterlich. „Hatschi!“, machte er. Was glaubt ihr,
was geschah? „Pardauz!“, machte es und alle purzelten durcheinander
auf den Boden. Wiederum war guter Rat teuer. Allmählich wurde es
schon dunkler und immer kälter. „Ich hab`s!“, rief der
Bürgermeister, der meistens Rat wusste. „Lasst uns den Baum
absägen und mit dem Holz den Gemeindeofen feuern. So wird es uns
wieder warm und wir können in Ruhe überlegen, wie wir an die
Äpfel kommen.“ Alle waren von dem Vorschlag begeistert. Schnell
wurde der Baum abgesägt, die Äste klein geschnitten und ins
Gemeindehaus gebracht. Der Gemeindeofen wurde mit dem Holz geheizt, und
bald wurde es den Schildbürgern wunderschön warm. Vor Begeisterung
warfen sie auch die Äpfel in den Ofen. Wie sie sich über die
Wärme freuten! Rebecca, 4a
gemalt von Nadja |