| Eine Schildbürgergeschichte
-von Leonhard Herres, Klasse 4 b, am 17.11.2008 geschrieben- Wie die Schildbürger einen Schneemann
bauten An einem kalten Wintertag flogen in Schilda dicke fette Flocken vom Himmel. Die Schildbürger saßen gelangweilt im Rathaus und wussten nicht, was sie machen sollten. Da schlug ein Schildbürger vor: „Kommt, wir bauen einen Schneemann!“ Alle waren von diesem Vorschlag begeistert. Schnell stürmten sie auf den Marktplatz. Aber sie wussten nicht, wie man einen Schneemann baut. Da verkündete der Hufschmied: „Ich werde jemanden aus dem Nachbardorf rufen. Die bauen nämlich jeden Winter einen Schneemann. Nach ein paar Stunden kam der Hufschmied wieder zurück. Er hatte seinen Freund mitgebracht. Der fragte: „Wollt ihr einen Schneemann bauen?“ Die Schildbürger antworteten mit einem lautem: „Ja!“ „Okay,“ sagte der Fremde. Zuerst müsst ihr eine ganz große, eine kleine und eine mittlere Kugel hier ranschaffen.“ Gesagt, getan. Da rief der Fremde: „Ich gehe mal auf die Toilette. Ihr könnt ja schon mal die Kugeln aufeinander legen.“ Aber die Schildbürger wussten nicht, wie man die Kugeln aufeinander legt. Da schlug ein besonders schlauer Schildbürger vor: „Natürlich kommt die kleinste nach unten, die mittlerste in die Mitte und die größte nach oben.“ Der Bürgermeister stellte sich vor den Schneemann, um ihn zu bestaunen. Aber was war denn das? Die dickste und natürlich schwerste Kugel wackelte und fiel mitten auf den Bauch des Bürgermeisters. Der kippte um und landete mit einem lauten Knall auf dem Boden. Damit der Bürgermeister wieder auf die Beine kam, mussten ihm der Hufschmied, der Schweinehirt und der Holzfäller helfen. Da schrie der Bürgermeister: „Der Boden auf dem Marktplatz ist krumm! Wir müssen auf den See!“ Alle waren von diesem Vorschlag begeistert. „Halt!“, rief der Fremde. „Ich komme auch mit!“ Die Kinder flüsterten: „Der Boden ist krumm, weil der Bürgermeister jeden Tag auf dem Marktplatz herumhüpft.“ Dies hatte der Bürgermeister fast gehört. Angekommen am See, beruhigte der Fremde den Bürgermeister: „Hier ist der Boden wenigstens gerade.“ „Das will ich hoffen“, antwortete der Bürgermeister. „Jetzt müsst ihr wieder Schneekugeln formen!“, lachte der Fremde. „Und du gehst nicht auf Klo! Verstanden?“, schimpft die Frau des Bürgermeisters. Als sie wieder mit den Schneekugeln ankamen, fragten alle Schildbürger im Chor: „Wie baut man einen richtigen Schneemann?“ Der Fremde antwortete: „Die dickste nach unten, die mittlerste in die Mitte und die kleinste nach oben.“ Gesagt, getan. Da fiel dem Schulmeister ein: „Da fehlt doch noch etwas.“ „Ja, genau.“, lachte der Fremde. „Gut, dass ihr so schlau seid.“ „Hey, wir sind die allerschlausten.“, erwiderte der Bürgermeister. „So, ran an die Arbeit, der Schneemann ist noch nicht fertig!“ „Okay, und was brauchen wir noch?“, fragte der Schulmeister. „Einen Besen, einen Zylinder, eine Möhre, Kohle und Zweige.“, erklärte der Fremde. „Und der Mund?“, fragte der Zahnarzt. „Hol doch einfach eine Banane.“ „Und woher?“, wollte der Zahnarzt wissen. „Vom Händler.“, antwortete der Fremde. Gesagt, getan. Als die Sachen alle da waren, verzierten sie den Schneemann. Natürlich war er falsch verziert. Da erklärte der Fremde: „Der Zylinder kommt auf den Kopf, die Möhre als Nase, die Banane für den Mund, die Kohlen als Knöpfe, die Zweige dienen als Arme und der Besen gehört in die Hand.“ „Und die Augen?“, fragte der Augenarzt. „Lasst euch doch etwas einfallen.“ „Aber der friert doch!“ „Dann lasst euch noch was einfallen.“, entgegnete der Fremde. Sie brachten zwei Mandarinen, einen dicken Schal und den Pelzmantel vom Bürgermeister. Als der Schneemann fertig war, sah er fast so aus als wäre er der Bürgermeister mit Besen! Die Schildbürger fühlten den Schneemann und er fror immer noch. Da beratschlagten sie, was geschehen sollte. Einer rief vor Freude: „Ich hab´s! Wir stellen den Schneemann einfach vor den Kamin!“ Alle waren von diesem Vorschlag begeistert. „Aber wie sollen wir den Schneemann ins Rathaus bringen?“, fragte der Schweinehirt. Wir stellen ihn auf die Schubkarre und fahren ihn ins Rathaus vor den allergrößten Kamin. Gesagt, getan. Sie hoben ihn in die Schubkarre und fuhren ins Rathaus. Dort angekommen gaben sie dem Schneemann einen perfekten Platz vor dem Ofen. Nun sagten sie dem Wachposten, die immer noch vor dem Sandkuchen im Rathaus standen: „Ihr könnt vom Sandkuchen weggehen. Wir haben etwas besseres gebaut, und zwar einen Schneemann!“ „Ohhhhhh, jetzt auch noch einen Schneemann.“, meckerten die Wachen. Als der Bürgermeister wieder weg war, schliefen die Wachposten jedoch tief und fest. Nach einer Stunde kam der Bürgermeister wieder ins Rathaus und guckte nach dem Schneemann. Aber wo war der Schneemann? Er war ja weg! Jetzt waren dem Bürgermeister die Wachposten egal. Er wollte nur noch zu dem Schneemann. Der Bürgermeister rief so laut, als wäre er der Dorfschreier. Alle suchten jetzt nur noch den Schneemann. Nach einiger Zeit gaben sie auf. Da sagte der Schulmeister: „Der Schneemann ist gestorben!“ Alle waren traurig. Der Hufschmied weinte: „Jetzt ist er tot. Wir müssen morgen ganz früh Messe feiern und zwar von 5.30 Uhr bis 7.30 Uhr.“ Aber erst einmal müssen wir Schal, Banane, Mandarinen, Kohlen, Zweige, Besen, Mantel und Zylinder beerdigen. Am nächsten Morgen ganz früh um 5.30 Uhr waren alle schon vor Beginn der Messe in der Kirche. Der Orgelspieler konnte die Lieder fast nicht spielen und die Schildbürger fast nicht singen, weil sie so trauerten. Um 7.30 haben sie den Schneemann in einem 4 x 7 m langen Grab beerdigt. Darauf stand: Schneemann Karuso *geboren: 16.12.1753 +gestorben: 17.12.1753. Natürlich wisst ihr, dass ein Schneemann
immer kalt ist und vor einem Kamin schmilzt. Ihr wisst es und ich weiß
es. Wir sind ja auch viel gescheiter als die Schildbürger waren.
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